Fluorocarbon Schnur von Maxima

Zu neuen Ufern

 

Verzweifelt sucht man in den letzten Jahren nach wirklichen Neuheiten im Bereich des modernen Karpfenfischens. Ich habe im Lauf der Zeit ein für mich stimmiges System gefunden und sah keine Veranlassung meine Methodik zu ändern, getreu dem Motto: „Never change a running system!“

Als wir in diesem Frühjahr unseren obligatorischen Frankreichtrip planten, stand von vorneherein fest, dass wir in dem Gewässer nicht mit geflochtenen Schlagschnüren fischen durften. Wie wir von unserem französischen Freund wussten, war die Verwendung von Schlagschnüren unbedingt nötig, um große Wurfweiten mit schweren Gewichten zu erzielen und trotz des hängerträchtigen Untergrundes keine Fische durch Schnurbruch zu verlieren.

Ich bin, oder sollte ich besser sagen w a r , ein Freund von geflochtenen Schlagschnüren und hatte mich demzufolge nicht mit monofilen Schlagschnüren beschäftigt, deshalb griff ich zu der Schlagschnur eines namhaften und teuren englischen Herstellers in 30 lb. Kurz vor der Abfahrt traf ich mich mit Rolf  Munske, der mir noch schnell ein paar Rollen Fluorocarbon Schnur der Firma Maxima in verschiedenen Stärken mitgab und mich bat diese zu testen. Halbherzig willigte ich ein und versprach nur eine Rute von vier damit zu fischen, weil mir das Material insgesamt zu steif erschien und ich so meine Zweifel bezüglich des Schlagschnurknotens hatte. Aber was tut man nicht so alles für gute Freunde...

Am See angekommen montierte ich meine Ruten und verband die 44er Flurocarbonschnur mit einem doppelten Grinner-Knoten mit der 30er Perfection Hauptschnur und war überrascht, dass das vordergründig steife Material sehr gut zu binden war und auch der Knoten relativ klein ausfiel. Um auf die gewünschte Angelstelle zu kommen waren Gewaltwürfe um die 130 Meter erforderlich, aber auch dieser Belastung hielt die Schnur gut stand. Im direkten Vergleich konnte ich zunächst keine Vor- oder Nachteile zu der anderen Mono-Schlagschnur feststellen. Faszinierend fand dich allerdings, dass die Schnur im Wasser überhaupt nicht zu sehen war und das kann beim Fischen kein Nachteil sein.

Die ersten zwei Tage hatten wir leider aufgrund widriger Wetterverhältnisse und eingeschränkter Platzwahl keine Aktionen. Am dritten Tag wurde das Wetter besser, wir konnten den Platz wechseln und waren wieder ein wenig zuversichtlicher. Ich befischte ein Plateau, das sich ca. 250 Meter vom Ufer befand und musste zum Auswerfen mit den Wattstiefeln zunächst 120-130 Meter in das flache Wasser laufen, um dann auf den Platz zu werfen. Nachdem wir die Plätze mit Boilies angefüttert hatten, verlief auch die dritte Nacht ereignislos und Resignation machte sich breit. Aber dann ging es endlich los und die Karpfen gerieten in einen wahren Fressrausch und ich konnte in den restlichen 4 Tagen noch 58 Fische jenseits der 10 Kilo –Marke überlisten. Die Fische waren sehr kampfstark und das Material wurde bei den Drills über 250 Meter und das ständige Auswerfen extrem belastet. Erst jetzt zeigte sich, dass das Fluorocarbonmaterial der herkömmlichen Monoschlagschnur deutlich überlegen war. Die Monoschlagschnur musste ich nach spätestens 3-4 Fischen wechseln, weil die Schnur aufgerauht und sehr stark verdrallt war. Nach ein paar Fischen fiel mir auf, dass ich diese Probleme mit der Fluorocarbonschnur nicht hatte und ich wechselte jetzt alle Ruten nach und nach auf Fluorocarbonschlagschnur um. Die Probleme mit Drall und aufgespließter Schnur hatten sich danach erledigt. Ich war jetzt restlos überzeugt, weil ich auch keine Probleme beim ständigen Werfen mit maximaler Belastung (3 1/2 Pfund Rute und 130 g Wurfgewicht) feststellen konnte.

 

Zuhause angekommen testete ich die Schnur noch in einem verkrauteten Gewässer und konnte auch hier problemlos einige Karpfen überlisten. Die Fluorocarbonschnur hatte den praxistest mit Bravour bestanden.

Da hatte ich doch tatsächlich mal etwas Neues entdeckt und meinen Standpunkt bezüglich monofiler Schlagschnüre verändert. Gleichzeitig ergaben sich daraus auch ungeahnte Möglichkeiten beim Binden von Rigs und anderen Montagen und ich fing an zu experimentieren....Aber davon werde ich Ihnen/ Euch ein anderes Mal berichten!

 

Tight invisible lines

Rolf Waldhoff